Alexandra Urbatus


Alexandra
6.10.1969 - 25.2.2005


Tief betroffen haben wir vom Tod von Alexandra Urbatus erfahren:

Alexandra



Alexandra und Oliver Urbatus (Geschwister) waren Anfang der 1990er-Jahre ein sehr erfolgreiches Standard- und 10-Tanz-Paar. Jung, schlank, attraktiv, gross gewachsen mit idealem Grössenverhältnis, gesundem Ehrgeiz und jeglichen weiteren Qualitäten, zudem unterstützt von ihren Eltern und ihrer Umgebung, brachten sie perfekte Voraussetzungen mit für eine vielversprechende Turniertanz-Karriere.

Im Herbst 1989 hatten sie ihre erste Turniertanz-Stunde bei uns. Ihr Talent und ihre Aufnahmefähigkeit begeisterten uns von Anfang an. Sie sogen die Informationen regelrecht auf, machten sich nach jeder Stunde Notizen, verarbeiteten alle unsere Hinweise und Wünsche bis zur nächsten Stunde. Schon in den untersten Klassen waren sie bereit, tief in die Musik und die Phrasierung einzutauchen. Auch die Floorcraft (Ausweichen etc.) lernten sie sehr früh. Es war herrlich, mit ihnen zu arbeiten!



Alexandra

(Foto: Karin Moos)



Die Erfolge blieben nicht aus: Innert kürzester Zeit stiegen sie von der D- in die C- und B-Klasse auf. Es kam vor, dass sie am gleichen Tag zwei Klassen gewannen (z.B. am 2.12.1990 in Ostermundigen).



Alexandra

(Foto: Privat / Geschenk von Alexandra und Oliver)



An ihrer ersten Standard-Schweizer Meisterschaft 1991 (20.4.1991, Albisgüetli, Zürich) ertanzten sie sich auf Anhieb die Bronze-Medaille, knapp hinter Claudia und Jochen Kallenberg-Luccarini, ihren ewigen Rivalen (ebenfalls aus Basel und ebenfalls von uns trainiert). Die Goldmedaille ging an Gabi Vogel und Fabio Consani, einem ausgezeichneten 10-Tanz-Paar.



Ein Jahr später fast das gleiche Bild, aber in der A-Klasse und ein Treppchen höher: An der Standard-Schweizer Meisterschaft 1992 (28.3.1992, Kunst- und Kongresshaus, Luzern) eroberten sie sich die Silber-Medaille.



Alexandra

Von links: Alexandra und Oliver Urbatus, Claudia Luccarini und Jochen Kallenberg,
Esther Bruggmann und Matthias Troyer, Belja Breginc und Bernhard Geisseler

(Foto: Privat / Geschenk von Alexandra und Oliver)



1992 fingen Alexandra und Oliver auch mit den Latein-Tänzen an und waren auch dort erfolgreich: An ihrem 1. Latein-Turnier am 19.9.1992 in Emmen wurden sie sehr gute Dritte. Wer das heute nicht so beachtlich findet, muss über die damaligen Startfelder aufgeklärt werden: An der Schweizer Meisterschaft im gleichen Jahre starteten z.B. 33 Paare in der D-Klasse (in allen Klassen über 100 Latein-Paare)!



Alexandra

(Foto: Karin Moos)



Viel zu früh folgte die letzte Meisterschaft von Alexandra und Oliver Urbatus: Die Standard-Schweizer Meisterschaft 1993 (24.4.1993, Seeparksaal, Arbon). Inzwischen waren sie in die S-Klasse aufgestiegen und zogen, trotz grosser Leistungsdichte der 12 S-Klassen-Paare, verdientermassen in das Finale ein (6. Platz).

Mit von der Partie waren u.a.: Fabienne Studer und Thomas Koch (Schweizer Meister), Sandra und Oliver Baumann (Vize-Meister), Belja Breginc und Bernhard Geisseler (Bronze-Medaille) und Lotti Rost und Tizian Rai (4. Platz).

Claudia Luccarini und Jochen Kallenberg wurden Siebte, Rita Sollberger und Brad Rathbone Neunte.

Waren das noch Zeiten!



Alexandra

(Foto: Karin Moos)



Freundschaften, Studium, Militär und Tanzen? Alles unter einen Hut zu bringen, ist schwer. Zum Leidwesen der ganzen Schweizer Turnierszene beendeten Alexandra und Oliver Urbatus ihre Turnier-Karriere 1993. Sie kehrten dem Tanzen allerdings nicht ganz den Rücken: So absolvierten sie im November 1993 den ersten Jugend- und Sport Leiter 1-Kurs in Magglingen und schrieben so erfrischend und lebendig darüber, dass wir den Beitrag nicht vorenthalten wollen (CH-Tanz Nr. 1 / März 1994):



Bericht von Alexandra und Oliver Urbatus über den Jugend- und Sport Leiter 1-Kurs in Magglingen 1993



Die Teilnehmer in Magglingen:

Alexandra

Alexandra hält das Plakat, Oliver Urbatus = Dritter von rechts, Oliver Baumann = ganz rechts
Sitzend von links: Rita Baumann, Irène Rothenfluh, Mariella Markmann (Fachleiterin)

(Foto aus CH-Tanz Nr. 1 / März 1994 / mit freundlicher Genehmigung von Claudia Kallenberg)



Liebe Alexandra, was haben wir für viele schöne Erinnerungen an Dich, an Euch, an unsere gemeinsame Zeit!

Ein Trainer hat ja nicht nur die Aufgabe, während den Stunden für ein Paar da zu sein, nein, die Betreuung geht weit darüber hinaus. Das Begleiten, das Anfeuern, das Mitfiebern, das Immer-für-die-Paare-da-Sein, das in jeder Beziehung Unterstützen gehört auch dazu. Viel Herzblut fliesst da in die Arbeit hinein, und in besonderen Fällen wächst daraus wie bei uns eine Freundschaft zwischen einem Paar und den Trainern/den Betreuern.

Weisst Du noch in Blackpool, zusammen mit Marianne und Fritz Blumer, als Dein Bruder Oliver mit Marianne ein wildes Rennnen auf Holzpferden absolvierte auf der Pleasure Beach?

Kannst Du Dich noch an unsere gemeinsamen Video-Abende mit der Turniertanz-Gruppe erinnern?

Oder an Euren Besuch bei uns in den Vogesen?

Auf Deine selbstgebackenen Vanille-Kipferl zu Weihnachten haben wir uns schon Wochen zuvor gefreut...

Wir vermissen diese schöne Zeit - wir vermissen Dich!


In liebem Andenken und herzlicher Verbundenheit

Michael und Evelyne Scherer

3. März 2005



Ein Walzer für Alexandra



Alexandra



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